Leberhaken: Definition und Auswirkungen

Jeder hat den Begriff Leberhaken schon mal gehört, allerdings wissen die wenigsten was da in unserem Körper so vor sich geht und warum dieser Haken so gefürchtet bei den Boxern ist. Viele Boxer können ein Lied davon singen und einige sind bereits durch einen Leberhaken K.O. gegangen.
Die Leber ist mit etwa 1,5 kg ein zentrales Organ in unserem Körper und spielt eine wichtige Rolle im Stoffwechsel. Lebenswichtige Nährstoffe werden hier gespeichert und das Blut von Giftstoffen befreit. Dieser „Filter“ schafft an einem Tag ca. 2.000 Liter und somit fließt unser gesamtes Blut ca. 400-500 mal durch die Leber. Anatomisch gesehen ist die Leber zum größten Teil von den Rippen abgedeckt und somit mehr oder weniger geschützt. Allerdings befindet sich rechts unter den Rippen ein kleiner Ausläufer den der Gegner durch einen gezielten Schlag treffen kann.

Was sind die Auswirkungen eines Leberhakens?

Das Gefühl nach einem Leberhaken ist alles andere als angenehm und lässt viele Vorgänge im Körper starten. Die Auswirkungen eines Treffers in diesem sensiblen Bereich betreffen nicht nur das Organ selbst, sondern ziehen neben den starken Schmerzen noch andere Symptome mit sich. Bei einem Treffer der Leber zieht diese sich zusammen, was somit auch den Schmerz auslöst und den Blutdruck abfallen lässt. Begleitet mit Kreislaufproblemen wird dem Boxer schwarz vor Augen und das Kampfende ist nicht mehr weit. Manchmal reichen schon leichte bis mittelschwere Schläge und der Kampf ist für einen der Boxer beendet. Auch die kurze Zeit, die der Ringrichter den Boxer anzählt reicht dann nicht aus, um sich zu erholen.

Folgen von Leberhaken

Das einzig Positive bei einem Leberhaken ist die Tatsache, dass meist keine schweren Folgen zu erwarten sind, da sich die Leber, anders als die Nieren, relativ schnell wieder erholt und sehr widerstandsfähig ist. Die Leber hat außergewöhnliche Fähigkeiten sich selbst wieder zu regenerieren. Dies zeigt sich z.B. auch in der Medizin bei einer Lebertransplantation. Hier werden dem Spender ca. 50 % der Leber entnommen und dem Empfänger verpflanzt. Bei normalem Verlauf ist die Leber nach ca. 2 Monaten wieder auf die Ursprungsgröße angewachsen. Bei den Nieren sieht die Sache anders aus, was auch das Verbot dieser Schläge zur Folge hat. Hier können Blutungen auftreten, die sehr bedrohliche Ausmaße annehmen können.

Wie kann ich mich vor Leberhaken schützen?

Das beste Mittel ist zugleich das Logischste: Nicht treffen lassen.
Dieses Ziel erreicht man mit viel Training und einer guten Deckung. Schnelle Beinmanöver sind bei erfahren Boxern eines der besten Mittel, natürlich immer mit einer guten Deckung dieser sensiblen Stelle. Und auch bei Kampfsituationen in der kurzen Distanz gilt es schnell und gezielt zu arbeiten und dann seitlich raus auf die lange Distanz zu kommen, um sich vor einem Leberhaken zu schützen.
Für diese Manöver und notwendige Beinarbeit ist eine hervorragende Fitness unabdingbar. Hier zahlen sich die vielen Stunden Training mit dem Springseil definitiv aus. Zudem kann der Aufbau der Rumpfmuskulatur helfen, umliegende Schläge auf den Körper besser wegstecken zu können, auch wenn ein direkter Schlag auf die Leber mit einer gewissen Wucht, selbst mit der besten Muskulatur, meist das Kampfende nach sich zieht.

Übrigens gibt es noch weitere interessante Schläge die als Haken ausgeführt werden. Der bekannteste ist hier wohl der Aufwärtshaken (Uppercut).


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2 Kommentare

Ist ein Leberhaken regelwidrig ?

Hallo Dr. Juergen Canders,

nein, ein Leberhaken ist streng genommen durchaus erlaubt. Es geht dabei genauer um die Höhe des Schlages. Der Leberhaken setzt ja knapp oberhalb der Gürtellinie an und das ist dann auch in Ordnung.

Sportliche Grüße

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