Rechtsausleger und Linksausleger: Auslage beim Boxen

Als Auslage wird im Boxsport die Ausgangslage bzw. die Grundstellung bezeichnet, die der Boxer im Kampf einnimmt. Die Auslage ist unmittelbar verknüpft mit der Festlegung der Führhand und der Schlaghand. Der versetzte Stand beim Boxen wird Grundstellung genannt. Dabei ist logischerweise entweder die linke oder die rechte Hand näher am Gegner bzw. diesem zugewendet. Das gleiche gilt für die Füße. Daraus ergeben sich die zwei Auslagetypen, die man beim Boxen unterscheidet.

Linksausleger

Beim Linksausleger ist das linke Bein und die linke Hand näher am Gegner. Oft wird das durcheinander gebracht, denn Linksausleger sind Rechtshänder. Die starke rechte Hand ist die Schlaghand, während die linke Hand als Führhand geschlagen bzw. geführt wird. Dieser Typ wird als Linksauslage bezeichnet. Die meisten Boxer kämpfen in der Linksauslage, was natürlich daran liegt, dass es wesentlich mehr Rechtshänder als Linkshänder gibt. Da diese Auslage also den Standard definiert, wird sie oft auch als „Normalauslage“ bezeichnet.

Rechtsausleger

Der Rechtsausleger ist überwiegend Linkshänder und steht seinem Gegner mit dem rechten Bein und mit der rechten Hand zugeneigt gegenüber. Seine starke Hand ist die linke und dies somit seine Schlaghand, während die rechte Hand seine Führhand darstellt. Dieser Box- bzw. Auslagestiel ist weitaus weniger verbreitet und birgt vor allem im Kampf gegen einen in Normalauslage kämpfenden Boxer einige Besonderheiten mit sich.

Rechtsausleger als „exotischer“ Boxstil

Da der Rechtsausleger mit der linken Hand als Schlaghand in den Ring steigt, gibt es im Kampf gegen einen Linksausleger ein elementares Problem bei der Bewegung der zwei Boxer. Dazu muss man sich kurz zwei Linksausleger also in Normalauslage kämpfende Boxer vorstellen. Sie tänzeln bzw. drehen sich gegen den Uhrzeigersinn umeinander. Auf diese Weise gehen sie gegenseitig der Schlaghand und somit der – wenn man so will – effektivsten Waffe des Gegners aus dem Weg. Damit ist eine aufeinander abgestimmte Effektivität vorgegeben, die es beiden ermöglicht sich auf den Schlagabtausch einzustellen.

Anders beim Kampf gegen einen Rechtsausleger: Mit der Drehung nach rechts würde man in die Schlaghand des Gegners laufen und diesem das Einsetzen der starken Schlaghand erleichtern. Das geht bei so einem Kampf auf keinen Fall. Hier wird schon deutlich, warum oft Rechtsausleger als „unbequeme“ Boxer gelten. Der Normalausleger muss sich also auf ein tendenziell ungewohnte Kampfart einstellen. Die eingeübten Bewegungsabläufe und Automatismen funktionieren nicht mehr so gut. Der Rechtsausleger hingegen kämpft häufiger gegen Linksausleger und ist dementsprechend relativ gut darauf eingestellt.

Insbesondere in den USA sind Rechtsausleger nicht besonders beliebt. Diese als „Southpaw“ bezeichnete Auslage gilt dort als weniger „sauber“ und oftmals wird der Versuch unternommen früh in den Boxvereinen die Boxer umzuerziehen, also in die Linksauslage zu zwingen. Das geht allerdings nicht immer gut, denn die natürliche, angeborene Linkshändigkeit lässt sich oft nur mit Defiziten tatsächlich verändern.

Berühmte und erfolgreiche Rechtsausleger

Obwohl wie oben beschrieben die Rechtsauslage selten ist, gibt es einige Beispiele für sehr prominente und natürlich auch erfolgreiche Boxer, die in der Rechtsauslage zuhause sind und waren. Hier einige Beispiele:

  • Bubi Scholz – mehrfacher Deutscher Meister und Europameister
  • Henry Maske – Weltmeister im Halbschwergewicht
  • Michael Moorer – US-amerikanischer Boxer und Weltmeister im Schwergewicht
  • Manny Pacquiao – philippinischer Boxer und Weltmeister in gleich 7 Gewichtsklassen
  • Ruslan Chagayev – usbekischer Boxer und Weltmeister im Schwergewicht
  • Francesco Pianeta – deutsch-italienischer Boxer, 2013 Herausforderer von Wladimir Klitschko

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